Im Vorjahr ist es uns gelungen, die ehemals renommierten Festspiele auf der Tillysburg – in einem der schönsten Schlosshöfe Österreichs, mit seiner spätbarocken Doppeltreppe – wiederzubeleben. Dies verdanken wir in erster Linie Ihnen, unserem Publikum. Auf Anhieb hatten wir an die 4000 Zuschauer und ein großartiges Presseecho.

Die Festspiele Schloss Tillysburg tragen den Untertitel „Tu felix Austria…“ und haben sich einem rein österreichischen Programm verschrieben: von Schnitzler und Hofmannsthal bis zu Felix Mitterer und Thomas Arzt. Von der Altwiener-Komödie bis zu Franzobel und Susanne Wolf. Sich auf andere Identitäten einzulassen, setzt eine eigene voraus…

Im zweiten Jahr kreist der Spielplan um das „schicksalsschwere“ Jahr 1918, das sich zum 100. Mal jährt, wenn auch mit leichter Hand und ironischem Blick, die genauso das österreichische Wesen ausmachen, wie die permanente Melancholie über den Verlust einstiger Größe. Im Mittelpunkt wird das Lustspiel „Der Schwierige“, von Hugo von Hofmannsthal stehen, das an dieser Zeitenwende auch die Geschlechterrollen reflektiert, jene des traumatisierten, sich als distanziert und fremd begreifenden Mannes – und jene der starken, tätigen und sehnsuchtsvollen Frau. Dazu wird eine Dramatisierung der „Legende vom heiligen Trinker“, von Joseph Roth kommen. Dieser Autor hat bis in sein Pariser Exil hinein ebenfalls ständig seine ganz persönliche Krise des Verlustes der Monarchie thematisiert. Aber eben auf bezaubernde und augenzwinkernde Weise.

Die Uraufführung des Romans „Die Waffen nieder!“ von Bertha von Suttner und eine Neuinterpretation von „Córdoba – das Rückspiel“, jenes kabarettistischen Textes über die historischen Antipoden Österreich – Deutschland, vervollständigen das Programm. Nach dem Erfolg im Vorjahr und zahlreichen Anfragen noch bis in den Herbst hinein, werden wir aber zusätzlich auch „Krach im Hause Gott“ von Felix Mitterer für sechs Vorstellungen wiederaufnehmen.

Weiterhin ist es Teil des Konzeptes, überregionale Schauspielerpersönlichkeiten auf die Tillysburg zu holen, vor allem oberösterreichische Schauspieler aus Wien und dem deutschsprachigen Ausland erneut in ihrer Heimat zu präsentieren. So werden im zweiten Jahr, neben wiederum Lisa Wildmann und Gerhard Brössner, beispielsweise Mercedes Echerer, Hans Piesbergen, Hubert Wolf und Bernd Jeschek zu sehen sein.

Wir wünschen Ihnen und uns unvergessliche Theaterabende, ob unterm Sternenhimmel oder – bei Regenwetter – im Schlossgewölbe.

Viel Vergnügen,

Ihr

Nikolaus Büchel (Intendant)

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